Von lebendigen Handtaschen
Februar 29, 2008Gestern startete also die dritte Staffel von Germany’s Next Topmodel. Ziemlich am Anfang kommentierte eine Kandidatin ihre Aufregung folgendermaßen: “Das Herz pocht, die Hände schwitzen, das Gehirn schaltet völlig aus.” Danke für diese erfrischend ehrliche Einschätzung der Sendung.
Ansonsten fand ich’s ziemlich langweilig. Der neue Bruce Darnell heißt Rolf Scheider, spricht mit einem französischen Akzent, der sich nur damit erklären lässt, dass er Rolf heißt, und passt sich in seiner sexuellen Orientierung gut in die Rolle ein, auch wenn ich bei folgendem Satz kurz gestutzt habe: “[zählt einige Models auf] Ich glaub ich hab sie alle durchgecastet.” Das war aber auch schon das humoristische Highlight der Show, ein neuer Bruce scheint Rolf nicht zu sein.
Eher unfreiwillig komisch war eine Szene, in der eine sehr dünne Kandidatin (48kg bei 1,70m) von den Juroren dazu aufgefordert wurde, nochmal im Bikini zu kommen. Das wollte sie nicht (wohl weil ihr klar war, dass man ihre Rippen einzeln zählen können würde), sie packte ihre Sachen. Aber natürlich ging Heidi (diese Stimme, argh!) nochmal zu ihr und redete ihr ins Gewissen, dass sie genau wisse dass sie zu dünn sei und deshalb gehe, und das sei gut. Und dann erklärte Heidi nochmal in die Kamera, dass man ja den Mädchen da draußen ein Vorbild sein wolle. Da hätte ich fast gekotzt (aber das überlasse ich lieber den Kandidatinnen). Diese Moralnummer war so offensichtlich gestellt und gewollt, man hätte auch direkt einblenden können “Hiermit erklären wir, dass wir Magersucht ganz viel blöd finden, weil wir Angst haben, dass uns die KJM auch 100.000€ Strafe aufbrummt wie dem Dieter.”
Fazit: ohne Bruce (und weiterhin mit Heidi) ist diese Show eine noch größere Qual als in den letzten Jahren. Die Highlights kann man sich sicher wieder bei Stefan Raab angucken, dafür ist mir meine Zeit selbst am programmschwachen Donnerstag zu schade.