Archiv für April 2008

Sex und Gewalt? Pfui!

April 30, 2008

Bei ProSieben befasste man sich heute um 18.00 Uhr in der Newstime mit dem gerade erschienenen Videospiel Grand Theft Auto IV. Dieses wurde von der Sprecherin der Einfachheit halber “Grand Theft” genannt (diese Abkürzung ist zumindest mir unbekannt, zudem war der volle Titel groß hinter ihr im Bilde) und der Einspieler mit den Worten “Gewalt, Mord, Sex, Prostitution” (erinnerter Wortlaut, aber so in etwa war’s) angekündigt. Im Beitrag wurde dann neben einigen Fakten zum Hype um GTA4 (am meisten vorbestelltes Spiel aller Zeiten) natürlich auch der Gewalt/Sex-Aspekt angesprochen. Nichts für Kinder, klar. Auch ein Jugendschützer durfte seinen Senf abgeben. Finde ich ja sehr nett von ProSieben, dass man darauf hinweist, wie gefährlich die Darstellung von Sex und Gewalt für die Entwicklung von Kindern sein können.

Nun, schauen wir uns mal das weitere Programm von ProSieben am heutigen Tag an. In der 18.40 Uhr Folge der Simpsons ging es darum, dass Supermarktbesitzer Apu seine Frau betrügt. Auf der Homepage des Senders steht: “Es stellt sich heraus, dass auch Apu seine Triebe nicht immer unter Kontrolle hat und ein Verhältnis mit einer hübschen Blondine einging. Seine Frau Manjula ist über seinen Seitensprung zutiefst verletzt und verlangt die Scheidung…” Gerade läuft dann Galileo. Erstes Thema heute: Das Geschäft mit der Lust. Das liest sich dann so: “Der Handel mit Sexartikeln boomt. In Deutschlands größtem Erotikgeschäft managen 300 Angestellte das Business mit der Lust. Insgesamt 12.000 Produkte werden in riesigen Warenlagern verwaltet - eine logistische Herausforderung. In Deutschlands ältester Erotik-Latexmanufaktur wird dagegen alles handgefertigt. In dem Familienunternehmen arbeiten seit 1950 drei Generationen der Familie Kunzmann an exklusiver Fetischwäsche.” Und gleich um 20.15 Uhr kommt die neue Krimiserie Unschuldig. Die heutige Folge wird auf der Homepage so beworben: “Richterin Katharina Beck führt ein geheimes Doppelleben als Domina. Als bei einem SM-Spiel in einem angesagten Berliner Szeneclub der “Sklave” Ben Fechter durch ihre Hand vor den Augen der Gäste ums Leben kommt, wird sie wegen Mordes verurteilt. Sie glaubt jedoch, dass der Tote sie für seinen Selbstmord missbraucht hat, und bittet Dr. Anna Winter und ihr Team um Hilfe, um das zu beweisen.” Die Werbung für Unschuldig, mit doch recht expliziter Bildauswahl, läuft seit letzter Woche ganztägig. Nun ja. Aber Sex und Gewalt sind ja wirklich schlimm für unsere Jugend.

Das Schaf am Ende des Tunnels

April 28, 2008

Es lohnt sich einfach immer wieder, morgens vor der Uni kurz bei Bild.de reinzuschauen. Der Tag startet dann oft einfach … lustiger. Man kann mit einem Lächeln die Wohnung verlassen.

Heute Morgen war wieder so ein Morgen. Da begrüßte einen auf der Bild.de-Startseite diese Illustration:

(Auf das Bild klicken für eine textfreie Version. Den passenden Artikel gibt’s hier.)

Man kann jetzt natürlich sagen: “Es ist pietätslos darüber zu lachen, immerhin wurden 19 Menschen verletzt und zahlreiche Schafe getötet.” Und sicher war das für die Betroffenen eine schreckliche Erfahrung. Aber: schaut euch diese Illustration an. Der geöffnete Mund des ersten Schafes von links. Die Flughaltung des Zweiten von links (erinnert mich irgendwie an das Superschaf aus Worms). Die Blitze über dem ICE. Ich musste einfach laut lachen, und auch jetzt, ein paar Stunden später, find ich das Bild einfach zum Schreien komisch. Tut mir ja leid.

RPWL im Spirit of 66, Verviers (B)

April 21, 2008

Gestern Abend ging es ins belgische Verviers ins schöne Spirit of 66 zum Konzert der bayrischen Prog/Art-Rock Combo RPWL. Anlässlich ihres neuen Albums The RPWL Experience sind die momentan auf Tour, und da darf ein Stopp im Spirit nicht fehlen, schließlich spielte die Band dort eines ihrer ersten Konzerte, seitdem sind sie dort fast schon Dauergast. 1997 hatten RPWL ihre Bandlaufbahn als Pink Floyd-Coverband begonnen, 2000 dann aber ihr erstes, eigenständiges Album veröffentlich. Den Einfluss der großen Vorbilder kann man immer noch erahnen, allerdings schlugen RPWL mit der Zeit meiner Meinung nach eine etwas poppigere Richtung ein. Toll sind ihre Alben (mittlerweile 6 an der Zahl) aber nach wie vor.

Das Konzert begann recht pünktlich und früh um 19.00 Uhr. “Schön”, dachte man da, “dann bin ich ja früh wieder zu Hause.” Weit gefehlt, etwa 2.45 Stunden Spielzeit sollten es am Ende sein. Zuschauer waren genug für eine gute Atmosphäre da, ich würde der Band aber noch mehr wünschen, das Spirit hab ich schon wesentlich voller erlebt. Ob es am Sonntagstermin, dem schönen Wetter oder doch am Bekanntheitsgrad der Band lag weiß ich nicht. Machte aber wie gesagt auch nichts aus.

Die ersten sechs Songs waren alle vom neuen Album. Etwas kompakter als die älteren Sachen, aber ich finds trotzdem gut, und live überzeugten die Songs durchaus. Etwas störend fand ich die Ansagen von Sänger Yogi Lang. Die neuen Songs sind sehr politisch (Krieg, Medien etc.), was ja auch kein Problem ist. Lang erklärte jedoch die Botschaft jedes Songs nochmal extra in recht stockendem Englisch (hätte sich so grenznah wohl auch niemand über Deutsch erregt), das war für mich dann doch ein bißchen viel Politik. Schließlich war ich für die Musik da. Geschlossen wurde der erste Teil des Sets durch die spaßige Kritikabrechung This is not a Prog song, präsentiert als Medley mit einigen umgetexteten Rockklassikern (”P(r)ocking all over the world”). Für mich ein erstes Highlight. Nach dem dynamischen Start the fire folgte dann der nächste Höhepunkt, das fantastische und von mir sehnlichst erwartete The gentle art of swimming. Ein großartiger Longtrack mit genialem instrumentalem Mittelteil. Wäre wohl für mich der absolute Höhepunkt des Konzerts gewesen, wenn, ja wenn da nicht noch die Zugabe gekommen wäre. Zuerst gab’s aber noch 4 Songs des regulären Sets, von denen Roses am frenetischsten gefeiert wurde. Und gefeiert hat das kleine Publikum wirklich, und lauthals mitgesungen (ich kann den großen Jubel bei Roses nie so ganz nachvollziehen, der Song ist zwar schön, aber im Vergleich zu vielen anderen im RPWL-Repertoire, zum Beispiel 3 Lights mit seinen genialen Keyboard- und Gitarrensoli, nicht überragend finde ich).

Mit viel Applaus wurde die Band zur ersten Zugabe wieder auf die Bühne geholt. Mit Sleep gab’s einen tollen, eigenen Song, und dann die erste Überraschung. Lang bedankte sich bei Spirit-Besitzer Francis und dem (überwiegend) belgischen Publikum für die langjährige Unterstützung und kündigte einen Song an, den sie bei ihrem ersten Gig im Spirit gespielt hatten. Die freudige Überraschung war dann Pink Floyds Dogs. Fantastisch umgesetzt, fast in kompletter Länge, vom Publikum fast vollständig mitgesungen (den Text beherrschte das Publikum jedenfalls besser als Lang, der einige Blicke in sein Textbuch werfen musste), einfach super. Danach musste noch was folgen, und schnell war die Band auch wieder auf der Bühne … für eine weitere Überraschung: King Crimsons In the court of the Crimson King, ebenfalls beim ersten Gig gespielt. Absolute Gänsehaut, wie das Publikum hier den Chor gab. Das anschließende Hole in the sky sah da fast etwas blass gegen aus. Sowieso, fast tut es mir für die Band leid, aber zwei so geniale Coverversionen stellten die eigenen Werke doch etwas in den Schatten. Fast 2.40 Stunden waren schon gespielt, trotzdem wurde die Band nochmal auf die Bühne zurückgerufen, obwohl Teile des Publikums das Spirit schon verlassen hatten. Sie spielten dann noch, ungeprobt laut Yogi Lang, den schönen Mitsinger I don’t know, um dann aber endgültig die Bühne zu verlassen.

Insgesamt ein wirklich tolles Konzert. Die beste Einzelleistung erbrachte meiner Meinung nach mal wieder Gitarrist Kalle Wallner, der Mann ist echt klasse. Spielfreude und technisches Können zeigten aber alle 5 Bandmitglieder. Diese Jungs kann man sich immer wieder ansehen, es ist einfach eine Freude.

Setlist:

  • Silenced
  • Breathe in, breathe out
  • Masters of war (Bob Dylan Cover)
  • Stranger
  • Choose what you want to look at
  • This is not a Prog song/P(r)ock-Medley
  • Start the fire
  • The gentle art of swimming
  • 3 Lights
  • Trying to kiss the sun
  • Wasted Land
  • Roses

——

  • Sleep
  • Dogs (Pink Floyd Cover)

——

  • In the court of the Crimson King (King Crimson Cover)
  • Hole in the sky

——

  • I don`t know

Geräte hassen mich

April 18, 2008

Heute morgen gab meine externe Festplatte ihren Geist auf. Gerade habe ich dann mal einen Blick auf die Garantiebescheinigung geworfen. 3 Jahre Garantie. Kaufdatum: 09.03.2005. Das machen die mit Absicht, oder? Um es mit den Japanischen Kampfhörspielen zu sagen: “Geräte hassen mich.”

Das Experiment

April 16, 2008

Gestern las ich in einer dieser kostenlosen Zeitungen, die in der Uni ausliegen, ein Interview mit einem Vorstandsmitglied des Vegetarierbundes Deutschland. Dort wurden auch die Auswirkungen der Viehwirtschaft auf das Weltklima angesprochen. So soll die Produktion eines Kilogramms Fleisch klimaschädlicher sein, als 250km Auto zu fahren.

Diesen und die anderen Punkte kann ich nicht wirklich prüfen, aber nachdenklich gemacht haben sie mich trotzdem. Ich bemühe mich schon länger, Energie einzusparen, beispielsweise durch die Verwendung von Energiesparlampen, Fahrrad fahren, Herd beim Kochen früh ausschalten um Restwärme zu nutzen etc. Es sollte doch also kein Problem sein, sich auch vegetarisch zu ernähren, der Umwelt zuliebe. Deshalb will ich das nun auch mal probieren. Ich esse, seit ich alleine in Düsseldorf wohne, eh nur sehr wenig Fleisch, meist in Aufschnittform. Eine wirkliche Umstellung ist also gar nicht nötig. Wenn die zwei Fischkonserven und die bereits angebrochene Salamipackung, die ich noch habe, aufgebraucht sind, werde ich also mit dem “Experiment” anfangen (vermutlich ab Montag, dann kann ich am Wochenende zu Hause in Aachen nochmal reinhauen). Ausnahmen behalte ich mir natürlich vor: Weihnachten, Familienfeste, Grillparties im Sommer … schließlich mache ich das ganze nicht primär aus Tierliebe, sondern aus Umweltschutzgründen, und ab und an Auto fahren oder Licht brennen lassen erlaube ich mir schließlich auch.

Transparenz wird völlig überbewertet

April 10, 2008

Heute berichtet die campus delicti, das “Wochenmagazin des AStA”, über die Sitzung des Studierendenparlaments (SP), in der die bisherige Koalition per konstruktivem Misstrauensvotum aufgehoben wurde. Wer schon davon gehört hatte, für den ergab sich aus dem Artikel selbst nicht viel neues, lediglich die Vorwürfe bezüglich der Verringerung der Kassenrücklagen werden entkräftigt. Alle (vor allem finanzielle Dinge betreffenden) Vorwürfe werden in einem weiteren Artikel zurückgewiesen, und das recht glaubhaft, auch wenn man die private Telefonnutzung des AStA-Vorsitzenden Matheisen trotz zugesicherter Rückzahlung sicher nicht gutheißen braucht. Aber im Interview bezeichnet er dies immerhin als “Fehler, weil dadurch ein falscher Eindruck entstanden ist”.

Äußerst geärgert habe ich mich jedoch über einen Abschnitt im Bericht zur SP-Sitzung. Dort heißt es bei der Begründung zum Misstrauensvotum unter anderem:

“Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wieviel an Dingen innerhalb der Studierendenschaft diskutiert werden sollte”, sagte Rainer Matheisen. Auch habe die FSL [Fachschaftenliste, Anm. von mir] ständig “Verfahren evaluieren” wollen, monierte der AStA-Vorsitzende, und ein früheres Erstellen und Aushängen der Protokolle der SP-Sitzungen gefordert. Das seien Dinge, die die Studierenden nicht interessierten und auch nicht von Relevanz seien. “Transparenz wird nicht allein erreicht dadurch, dass Protokolle ausgehangen werden”, meinte Philipp Tacer.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals danach gefragt worden zu sein, ob mich interessiert, was die gewählte Studierendenvertretung so veranstaltet (nur fürs Protokoll - auch ohne Aushang - es interessiert mich). Selbiges gilt für die Relevanz. Woher weiß der Vorstand so genau, was die Studierenden interessiert und was von ihnen für relevant gehalten wird? Wird dieser Schluss aufgrund der Tatsache gezogen, dass die Wahlbeteiligung so peinlich gering ist? Für mich ergibt sich da doch eher die Frage: macht mangelndes Interesse Transparenz unnötig, weil die Sachverhalte eh niemanden interessieren? Oder führt erst die mangelnde Transparenz zu fehlendem Interesse? Nach außen scheint mir der AStA nur durch die Erstsemestereinführung aufzufallen. Ansonsten brillieren die “Hochschulpolitiker” höchstens durch hochalberne Wahlkämpfe. Die wirklich guten Angebote wie der Hochschulsport und die Arbeit der einzelnen Referate werden meiner Beobachtung nach kaum mit dem AStA als gewählte Studierendenvertretung in Verbindung gebracht, sondern einfach als “vorhanden” wahr- und angenommen. Warum soll ich jemanden wählen, der mir vielleicht einmal im Semester bei einer lachhaft schlecht besuchten “Vollversammlung” was vom Pferd erzählt und sonst vor allem dadurch auffällt, dass er mir von albernen, bunten Wahlplakaten entgegenlächelt?

Übrigens: sicher hat Tacer recht, Protokolle aushängen reicht nicht. Aber was macht der AStA denn noch um Transparenz herzustellen? Einen Artikel in der campus delicti zu den Ereignissen veröffentlichen. Das allerdings knapp einen Monat nach der entsprechenden SP-Sitzung, was wegen der Semesterferien wohl nicht anders ging. Aber warum steht heute noch immer kein Wort von der ganzen Geschichte auf der Homepage des AStA? Ist das denn so schwer? Da gibt es diese wunderbare Möglichkeit, Transparenz zeitnah herzustellen, ohne jene zu belästigen, die nichts von Transparenz halten, und sie wird einfach nicht genutzt.

Nachtrag 16.04.08: Ich habe mich nach langem hin- und herüberlegen entschieden, eine abgespeckte und leicht veränderte Version dieses Artikels als Leserbrief an die campus delicti zu senden. Bin mal gespannt. Den Leserbrief gibt es als PDF unter diesem Link. Die letztwöchige campus delicti ist jetzt übrigens online als PDF abrufbar (Link). Außer in der Zeitung steht aber immer noch nicht viel über die Misstrauensvotumsgeschichte auf der Homepage. Immerhin ist die Vorstandsseite aktualisiert. Nur für ein neues Foto hat die Zeit wohl noch nicht gereicht, deswegen gibt es momentan keins.

Nachtrag 17.04.08: In der heutigen campus delicti wurde mein Leserbrief abgedruckt. Ebenso ein zweiter Leserbrief,  zu dem es viel zu sagen gibt. Eventuell gibt’s zum Thema bald einen neuen Eintrag.

Debattieren in Burg

April 7, 2008

Am Wochenende waren wir mit dem Düsseldorfer Debattierclub und einigen anderen Clubs aus der Umgebung (ich glaube es waren vier) auf einem Debattierwochenende in Solingen Burg. In einer hübsch rustikalen Jugendherberge hörten wir uns Samstag und Sonntag Vorträge übers Jurieren, Antrag stellen, Argumentieren und über die Aufgaben der einzelnen Rederollen an. Natürlich debattierten wir auch. Insgesamt eine sehr interessante Sache, sich einmal stark theoretisch mit dem Debattieren zu befassen, insbesondere unter Leitung von turniererfahrenen Referenten.

Sehr interessant ist auch der Ort, an dem wir unser Wochenende verbrachten. Solingen Burg ist, wie zu erwarten, ein Stadtteil von Solingen, welches im Bergischen Land liegt. Der Name deutet schon darauf hin: in Solingen Burg gibt es eine Burg. Auf einem Berg, klar. So weit, so unkreativ. Aber das ist noch nicht alles. Die Burg selber heißt auch Burg. Burg Burg. Aber scheinbar ist die Burg Burg gar keine Burg, sondern ein Schloss (obwohl sie laut Homepage eine Burganlage ist). Deswegen heißt sie offiziell auch nicht Burg Burg, sondern Schloss Burg. Beziehungsweise Schloss Burg an der Wupper. Erbaut wurde das Schloss von den Grafen von Berg. Heute befindet sich in Schloss Burg natürlich ein Museum: das Bergische Museum Schloss Burg.

Zusammenfassend kann man also sagen: in Solingen Burg im Bergischen Land steht auf einem Berg die Burganlage Schloss Burg der Grafen von Berg mit dem Bergischen Museum Schloss Burg. Und da behaupte nochmal einer es gäbe keine kreative Namensgebung in diesem Land.

Bilder vom Debattierwochenende und vom schönen Schloss Burg hat ein anderer Teilnehmer in seinem Blog veröffentlicht.

A long, long time ago…

April 4, 2008

Ein ehemaliger Stufenkamerad (wie könnte man das anders ausdrücken?) hat bei YouTube zwei Videos mit Filmmaterial aus unseren letzten Schulwochen im Jahr 2006 hochgeladen (Im zweiten Video bin ich sogar in Nahaufnahme zu sehen. Aber was trinke ich da?). Fast zwei Jahre ist das nun her, kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Traurig ist, dass ich die meisten Leute seitdem gar nicht mehr oder höchstens 1-2mal gesehen habe. Dass das mit den Stufentreffen aber auch nie so klappt wie damals überlegt.

Pancakes & Sausage on a Stick

April 3, 2008

Ich habe gerade beim Anschauen alter The Daily Show-Folgen dieses absolut geniale Produkt entdeckt:

pancakeandsausage

Ein Würstchen, umwickelt mit einem Pfannkuchen (erhältlich in Classic, Chocolate Chip und Blueberry!!!) am Stäbchen. Wie großartig. Auf der Homepage des Herstellers Jimmy Dean wird das Produkt so beworben: “Now your favorite breakfast foods are even easier to eat. We wrapped a delicious sausage inside a sweet pancake, and put it on a stick to make it portable.” Toll. Das schlägt Tillman’s Toasty noch um Welten!

Terry Pratchett - Ein Hut voller Sterne

April 3, 2008

Ich bin gestern mit dem neusten Zugang zu meiner Terry Pratchett-Sammlung fertig geworden. Ein Hut voller Sterne (orig. A hat full of sky), als Taschenbuch beim Goldmann-Verlag erschienen, heißt das gute Stück. Und es ist mal wieder ein wunderbares Scheibenwelt-Märchen.

Hauptcharakter des Buches ist zum zweiten Mal (nach Kleine freie Männer/The wee free men) die junge Nachwuchshexe Tiffany Weh. Diese hatte in ihrem ersten Abenteuer ihren Bruder aus dem Reich der Feenkönigin befreit. Dabei erhielt sie Hilfe von den Wir-sind-die-Größten, 15 cm kleinen, blauen, kampflustigen und trinkfesten Feenwesen, die einst von der Feenkönigin aus dem Feenreich geworfen wurden (weil sie betrunken waren) und war sogar einige Zeit die Übergangskönigin (Kelda) ihres Clans. Seit diesen Ereignissen beschützen die Wir-sind-die-Größten ihre “kleine große Hexe” und Tiffany genießt den Respekt von Oma Wetterwachs, die die oberste Hexe der Scheibenwelt wäre, wenn es unter Hexen eine Hierarchie gäbe (was Frau Wetterwachs niemals zulassen würde). In Ein Hut voller Sterne verlässt Tiffany nun ihre Heimat um bei der Hexe Frau Grad in die Lehre zu gehen. Dabei erregt sie die Aufmerksamkeit eines Schwärmers, eines körperlosen Wesens, dass die Körper von besonders mächtigen Wesen übernimmt und sie eine Weile steuert, bis sie wahnsinnig werden und sterben. Rob Irgendwer, der Große Mann ihres Wir-sind-die-Größten-Clans eilt ihr mit einigen Clanmitgliedern zur Hilfe, ebenso Oma Wetterwachs.

Ein Hut voller Sterne ist vor allem ein unheimlich spannendes und witziges Märchen. Es ist nicht so sehr gespickt mit Gesellschaftsbeobachtung und -kritik wie viele andere von Pratchetts Werken (vor allem die Geschichten, die in Ankh-Morpok, der größten Stadt der Scheibenwelt spielen), aber das soll auch so sein, schließlich sind diese mit “Ein Scheibenwelt-Roman” beschriftet und damit ausdrücklich anderer Art als die “Scheibenwelt-Märchen”. Aber natürlich gehört auch eine Botschaft in jedes Märchen, und da hat Ein Hut voller Sterne einiges zu bieten. Da wäre Oma Wetterwachs’ Einstellung, dass wahre Hexerei nichts mit magischen Accessoires und Spielereien zu tun hat, sondern vor allem damit, den Menschen zu helfen sich selber zu helfen, auch wenn man ihnen dafür eine kleine Lüge erzählen muss (”Aber dem Uhrmacher Herrn Umbril hast du gesagt, dass seine Brustschmerzen nachlassen, wenn er einen Monat lang jeden Tag zum Wasserfall von Sturzkliff geht und drei glänzende Kieselsteine für die Wassergeister in den See wirft! Das hat nichts mit Medizin zu tun!” “Nein, aber er glaubt das. Der Mann verbringt zu viel Zeit damit, zusammengekrümmt dazusitzen. Einen Monat lang jeden Tag ein fünf Meilen langer Marsch an der frischen Luft, und er ist wieder vollkommen in Ordnung”, sagte Frau Wetterwachs.). Tiffany fällt in ihrem Kampf gegen den Schwärmer (der ihr zu geben scheint, was sie sich immer wünschte, also vor allem Macht und Respekt) ein, dass der dritte Wunsch im Märchen immer der ist, der das Unrecht der ersten beiden Wünsche wieder gutmacht. Es sind diese kleinen Weisheiten, die kaum auffallen, wenn man nicht auf sie achtet, die aber trotzdem nicht nur im Märchen funktionieren, welche eine Terry Pratchett-Geschichte so wertvoll und wunderbar machen. Und natürlich sein unglaublich fantasievoller Humor, der in Ein Hut voller Sterne vor allem von den Wir-sind-die-Größten ausgeht, die so ziemlich alles das nicht sind, was man sich unter Feenwesen vorstellt. In normalen Märchen haben Feen zumindest keine Angst vor Geschriebenem, prügeln sich nicht mit Jedem und Allem (sogar mit dem Tod, bei dem die Kopfnuss von Rob jedoch nur ein pochendes Geräusch verursacht) und sind nicht ständig vom “speziellen Schaf-Einreibemittel” betrunken.

Der Brite Terry Pratchett ist einfach ein Phänomen. Über 50 Romane hat er bisher geschrieben, die meisten spielen auf der von ihm erfundenen Scheibenwelt. Und alle sind sie absolut großartig (abgesehen von seinem Katzenratgeber, aber der ist schließlich kein Roman sondern ein Ratgeber). Seine Figuren, die immer wieder in den Büchern auftauchen, gewinnt man mit der Zeit einfach lieb, seien es die Hexen um Oma Wetterwachs, Sam Mumms chaotische Nachtwache, der gelegentlich depressive Tod mit seinem Helfer Rattentod oder die faulen Zauberer der Unsichtbaren Universität. Dabei versteht er es wie kein anderer mir bekannter Auto, unserer modernen Gesellschaft mit seiner magischen Fantasiegesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Wie die Oxford Times auf jedem deutschen Pratchett-Klappentext zitiert wird: “Terry Pratchett ist schlicht und einfach der beste komische Schriftsteller unserer Zeit!”

Hoffentlich kann Pratchett, bei dem letztes Jahr Alzheimer diagnostiziert wurde, noch lange weiter Romane und Märchen schreiben.