Weblog-Archiv für 6. Mai 2008

Top 10 Alben

Mai 6, 2008

Ich wollte schon lange mal eine Liste mit meinen liebsten Alben anfertigen und nun hab ich das endlich mal gemacht. Das ganze Vorhaben stellte sich dabei als gar nicht einfach heraus, da es einfach viel zu viel gute Musik gibt. Ich habe daher ein paar Einschränkungen aufgestellt: 10 Alben sollten es werden und keine Band sollte mehr als einmal vertreten sein. Dies stellte sich als größtes Problem heraus, denn bei einigen meiner Lieblingbands fällt es mir echt schwer, ein Lieblingsalbum zu benennen. Nach langem Überlegen bin ich dann aber zu folgender Liste gekommen (alphabetisch nach Bandname sortiert, eine Rangfolge kann ich da gar nicht festlegen). Einen Link zu Hörproben der Band (nicht unbedingt des Albums), leider nicht immer in bester Qualität, hänge ich jeweils an.

Disillusion - Back to times of splendor [2004, Progressive Metal, Deutschland]

Disillusion gelang mit ihrem ersten regulären Album ein absolutes Meisterwerk, dass mich schon beim ersten Hören völlig umgehauen hat. Unheimlich abwechslungsreicher Prog Metal, der erfrischenderweise auf ausufernde Soli und Instrumentgewichse verzichtet und dafür mit großartigen Melodien, einer gehörigen Portion Härte, “Natürlichkeit” (im Gegensatz zum eher von industrieller Großstadtatmosphäre geprägten Nachfolgealbum Gloria) und viel Ohrwurmpotential aufwartet. Alleine der 14minütige Titeltrack rechtfertigt den Eintrag in dieses Liste. Wie hier ein Sonnenaufgang vertont wird, dass verursacht bei mir jedes Mal eine Gänsehaut. (Hörproben bei Myspace.com)

Dream Theater - Scenes from a memory [1999, Progressive Metal, USA]

Anders als bei Disillusion dreht sich bei den Prog Metal-Königen Dream Theater alles um Technik, spielerisches Können und musikalische Masturbation. In allen drei Disziplinen sind die Amis Großmeister. Das Konzeptalbum Scenes from a memory bietet eine gute Story, “catchy” Songs und überragende Instrumentalarbeit. Sänger LaBrie singt wie immer grenzwertig kitschig, aber bei diesem Album fällt das kaum ins Gewicht, zu gut sind die Songs. (Hörproben auf der Bandhomepage)

Genesis - The lamb lies down on Broadway [1974, Progressive Rock, England]

Hier fiel mir die Entscheidung, welches Album der großen Genesis es sein soll, doch recht leicht. Das Konzeptalbum Lamb lies down, dass letzte mit Peter Gabriel am Mikro, war mein erster richtiger Kontakt zu den “Alten Genesis”. Geniale Story, abgefahrene Texte (”You get out if you’ve got the gripe, To see Doktor Dyper, reformed sniper - he’ll whip off your windscreenwiper”), musikalisch fantastisch, wenn auch stilistisch ganz anders als alles, was die Band zuvor gemacht hatte und nachher unter Phil Collins machen würde. Unmöglich zu beschreiben, muss man hören. (Hörproben/Videos bei Youtube.com)

Steve Harley & Cockney Rebel - Face to face (live) [1977, Glam Rock, England]

Ein Livealbum zu nehmen ist vielleicht etwas geschummelt, aber dieses Ding macht einfach Laune. Viel Verrücktes, viel Schönes, ein vertonter Teller Buntes von den Glam/Wasauchimmer Rockern um Steve Harley. Dazu eine exquisite Songauswahl, sowas wie ein kleines Cockney Rebel-Best of. Besonders das unglaubliche Sebastian glänzt in dieser Liveversion. Und der Publikumseinsatz bei Tumbling Down ist unglaublich. (Einige Videoclips auf der Bandhomepage)

Marillion - Misplaced Childhood [1985, (Neo) Progressive Rock, Großbritannien]

Kayleigh, der große Hit der Neoprogger Marillion, heute noch oft im Radio zu hören, ist für mich noch einer der schwächeren Songs dieses Konzeptalbums. Ein wirkliches Highlight ist aber auch schwer zu benennen, zu sehr kommt das Ganze aus einem Fluss. Knallig bunt wie das Cover wirkt die Musik, der schottische Hüne Fish war damals stimmlich eine Wucht (heute leider nicht mehr, hab ihn mal solo gesehen, das war schon irgendwie traurig), einfach toll. (Hörproben bei Myspace.com)

Nocte Obducta - Nektar Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher [2005, (Avantgarde) Black Metal, Deutschland)

Ich bin ja kein so großer Black Metal-Fan, aber die Bezeichnung wird Nocte Obducta auch keinesfalls gerecht. Gerade Nektar 2 ist viel mehr als "nur" Black Metal. Es ist vor allem atmosphärisch unheimlich dicht, voller genialer Melodien, brachialer Härte, purer Schönheit, Trauer, Melancholie und phänomenaler deutscher Texte, einfach unbeschreiblich. Leider ist Nektar 2 Noctes letztes Album, die Band trennte sich 2006, ein Album liegt aber noch unveröffentlicht in der Schublade. Vielleicht wird das ja irgendwann mal was. (Ein paar Samples auf der Bandhomepage)

Opeth - My arms, your hearse [1998, Progressive Death Metal, Schweden]

Bei Opeth ist es mir deutlich am schwersten gefallen, das Album zu bestimmen. Das komplette Werk der schwedischen Ausnahmeband ist genial, wahrscheinlich könnte Mikael Akerfeldt aber auch einfach Volksmusik singen, hauptsache er macht es so tief und brutal wie hier. Ich habe mich dann für My arms, your hearse entschieden, weil dieses Album irgendwie am kompaktesten, dichtesten und geschlossensten das widerspiegelt, was Opeth ausmacht. Zudem ist dieser brutale, überraschende Einstieg bei When einfach zu genial. (Hörproben bei Myspace.com)

Pink Floyd - Live at Pompeii [1972, Art Rock, England]

Hier wäre es auch sehr schwer geworden, wenn ich nicht hätte schwindeln können. So kann ich einfach einen Musikfilm nehmen. Nicht wirklich live ist Live at Pompeii der göttlichen Pink Floyd, sondern in einem leeren Amphitheater in Pompeii gefilmt. Auch hier ist die Titelliste sowas wie ein kleines Best of der frühen, psychedelischen Pink Floyd. Dementsprechend braucht nach diesen Aufnahmen auch eigentlich keine Band mehr solche Musik zu spielen. Genie und Wahnsinn tropfen aus jedem Ton. Sogar einen Hund lassen die Herren Gilmour, Waters, Mason und Wright zu Gitarre und Mundharmonika singen. Wahnsinn. (Videos bei Youtube.com)

Porcupine Tree - In Absentia [2002, (New) Art Rock, England]

Auch hier war die Entscheidung verdammt schwer. Porcupine Tree, Hauptband von Workaholic Steve Wilson (der auch mal Produzent von Opeth war und in Zukunft ein gemeinsames Projekt mit Opeth-Frontmann Akerfeldt und Dream Theater-Drummer Mike Portnoy plant), produzieren einfach ein Meisterwerk nach dem anderen. Für In Absentia habe ich mich (wie schon bei Genesis) entschieden, weil es mein Erstkontakt mit der Band war. Und mit dem wunderbaren Trains ist auch mein Lieblings-Stachelschweinbaum-Song vertreten. (Hörproben bei Myspace.com)

Riverside - Second Life Syndrome [2005, Progressive Rock/Metal, Polen]

Das zweite Werk der polnischen Band Riverside ist seit seinem Erscheinen vor 3 Jahren beständig in meiner Gunst gewachsen, und spätestens seitdem ich die Band 2007 als Support von Dream Theater das erste Mal live gesehen habe, ist es in der Riege meinen absoluten Lieblingsalben angekommen. Unglaublich tolle Songs, mal verträumt, mal melancholisch, mal hart, mal zart, aber immer absolut ohrwurmverdächtig und zugleich technisch auf höchstem Niveau. Einfach toll. (Hörproben beim Label InsideOut Music)