Eigentlich finde ich ja Kritik an Religion und Kirchen gut. Die atheistisch/säkulare Buskampagne, die ihren Ursprung in Großbritannien hatte, halte ich auch grundsätzlich für eine gute Idee. Oft genug stören mich christliche Werbebotschaften auf der Straße, ein bißchen kreative Gegenwehr von Nichtgottesgläubigen ist da nötig. In der Uni ist mir aber jetzt folgendes Plakat der Kampagne übel aufgestoßen:

Der gute Vorsatz in Ehren, aber auch die Menschenrechte sind kein Naturphänomen, keine galaktische Konstante, keine Fakten, nicht „real“ … wie sinnvoll und wichtig sie auch immer sein mögen. Menschenrechte sind – genau wie Religionen und (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) Gott – eine menschliche Erfindung. Und dazu noch eine, um die sich leider viel zu viele Menschen immer noch einen Dreck scheren. Und obwohl es eigentlich wichtig ist, die Bedeutung der Menschenrechte immer und immer wieder zu erwähnen, hat es meiner Ansicht nach einen faden Beigeschmack, sie quasi gegen Gottesglauben ins Feld zu führen, indem man das macht, was Gottesgläubige auch machen, nämlich einfach mal so eine Realitätsbehauptung aufzustellen. Wenn, dann müsste man wohl sagen, die Menschenrechte seien irreal, denn es gibt so viele Verstöße gegen diese Rechte, dass sie wohl leider eher Ausnahme als Regel sind.