Opeth - Watershed
Juni 7, 2008
Nach einer Woche Heavy Rotation glaube ich, dass ich das neue Werk der schwedischen Ausnahmeband Opeth so weit erfasst habe, dass eine Rezension Sinn macht. Soviel sei vorweg gesagt: dieses Album ist kompliziert. Es ist wahrscheinlich das undurchschaubarste und komplexeste Opeth-Album bisher. Watershed erschließt sich nicht beim ersten Hören, auch nicht beim zweiten. Ich habe das Album jetzt vielleicht 20mal durchgehört, und ich verstehe immer noch nicht alle Songs. Alleine schon eine Genreklassifizierung anzugeben ist fast unmöglich. Früher konnte man Opeth noch mit halbwegs gutem Gewissen als Melodic Death Metal oder etwas in der Art einordnen, aber das greift schon lange nicht mehr. Death Metal mit Progressive Rock-, Jazz-, Krautrock- und Artrock-Elementen passt vielleicht halbwegs. Auf jeden Fall ist dies Progressive Metal, und zwar im positivsten Sinne des Wortes: musikalische Grenzenlosigkeit, technische Perfektion, Überraschungsmomente, komplexe Songstrukturen, Kreativität, all das sprudelt aus den Herren um Mastermind Mikael Akerfeldt nur so heraus. Ob das allen Fans gefällt wage ich zu bezweifeln, gerade Liebhaber der “alten Opeth” werden sich, wie schon mit dem Vorgänger Ghost Reveries, schwer tun. Aber auch für diese Aussage würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, vielleicht gefällt es ja doch? Eins lässt sich jedoch sagen: dies ist ganz eindeutig Opeth. Es klingt wie Opeth, es fühlt sich an wie Opeth, und wenn man dran leckt schmeckt es sicher auch so. Aber genug der einleitenden Worte, gehen wir die Songs mal nach und nach durch.
Coil heißt der Opener, und anfangs war das Ganze für mich nicht mehr als ein mit 3 Minuten recht langes Intro. Akustikgitarren, sanfter, melancholischer Gesang, ein wenig Dramatik und vor allem eine Frau (die Freundin von Drummer Martin Axenrot, klingt meiner Meinung nach ein wenig wie eine der Damen bei Ayreons The Human Equation), die eine kurze Passage singt, als vollwertigen Opeth-Song habe ich das nicht angesehen. Aber je öfter ich den Song höre, desto schöner finde ich ihn. Ein echtes Kleinod, ein überraschender Einstieg in ein Opeth-Album, ein Song, der es verdient hat, als mehr als nur als Intro wahrgenommen zu werden. Weiter geht es mit dem ersten “richtigen” Song, Heir Apparent. Schepperndes Drumming, schwere Gitarrenriffs, so muss das klingen. Kurz wird unterbrochen, Pianoklänge, dann kann’s losgehen. Und das tut es, das Tempo wird angezogen und Akerfeldts unvergleichlich genialer Growlgesang setzt ein. Auffallend ist hier direkt mal der weiter verstärkte Einsatz von Per Wibergs Synthesizer. Mir gefällt das sehr gut, eine sinnvolle Verstärkung des Opeth-Arsenals. Weiter fällt auf, wie synchron und aufeinander eingespielt Akerfeldt und der neue Gitarrist Fredrik Akesson (vormals Arch Enemy) agieren. Der Song wechselt öfter das Tempo, einige ruhige Passagen sind unter für Opeth-Verhältnisse äußerst flotte Abschnitte gemischt, so macht das Spaß. Eine Besonderheit: Akerfeldt singt bei diesem Song kein einziges Mal clean, es wird ausschließlich gegrunzt, trotz ruhiger Passagen. Mir fällt kein Opeth-Song ein, wo das sonst der Fall ist. Nächster Song, jetzt wird es abgefahren. The Lotus Eater ist beim ersten Hören ein kaum fassbares Chaos, aber richtig genial wenn man sich einmal reingehört hat. Nach kurzem, gesummten Intro wird losgerast und ja, Axenrot darf Blastbeats spielen, ein weiteres Novum bei Opeth. Während der Blastbeatpassagen singt Akerfeldt überraschenderweise clean, beim “normalen” Drumming wird gegrowlt. Klasse. Erneut nehmen die Synthies eine mächtige Rolle ein, psychedelisch wabbern die Klänge teils ganz für sich alleine bevor wieder losgerast wird. Etwa bei Minute 3 wird es dann abgefahren, merkwürdige, gameboyartige Töne werden untergemischt, aber das wird im Laufe des Songs noch mehr. Erstmal kommt eine ruhige Passage mit sanften Klängen, fast meditativ. Ab Minute 5 klingt’s etwas bedrohlicher, eine disharmonische Gitarre leitet den wohl verrücktesten Opeth-Part ever ein. Jazz fast in Reinkultur ist da zu hören, aber wieder mit diesen Gameboy-Tönen. Gewöhnungsbedürftig, aber gut. Dann geht’s zurück in die normale Songstruktur, wenn man bei Opeth überhaupt von sowas sprechen kann, nach gut 9 Minuten ist der Spuk dann plötzlich vorbei. (more…)






Ich bin ja kein so großer Black Metal-Fan, aber die Bezeichnung wird
Bei
Hier wäre es auch sehr schwer geworden, wenn ich nicht hätte schwindeln können. So kann ich einfach einen Musikfilm nehmen. Nicht wirklich live ist Live at Pompeii der göttlichen
Auch hier war die Entscheidung verdammt schwer.
Das zweite Werk der polnischen Band
Ich bin gestern mit dem neusten Zugang zu meiner