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	<title>Philipp Henn's Weblog</title>
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		<title>Journalismus mit Tunnelblick</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 14:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangene Woche fragte eine freie Journalistin, die für wdr.de schreibt, bei der Uni-Pressestelle an, ob man ihr Studierende für Interviews empfehlen könne. Sie wollte eine Reportage über, natürlich, die aktuellen Proteste und die Bedingungen schreiben, unter denen studiert wird. Die Pressestelle leitete die Umfrage unter anderem an mein Institut weiter, da auch zufriedene Bachelor-Studierende gesucht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=467&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Vergangene Woche fragte eine freie Journalistin, die für <a href="http://www.wdr.de/" target="_blank">wdr.de</a> schreibt, bei der Uni-Pressestelle an, ob man ihr Studierende für Interviews empfehlen könne. Sie wollte eine Reportage über, natürlich, die aktuellen Proteste und die Bedingungen schreiben, unter denen studiert wird. Die Pressestelle leitete die Umfrage unter anderem an mein Institut weiter, da auch zufriedene Bachelor-Studierende gesucht würden, und der <a href="http://www.ba-sowi.de/" target="_blank">BA Sozialwissenschaften</a> als Studiengang gilt, bei dem vieles besser läuft als anderswo und der von seinen Studierenden durchweg positiv bewertet wird. Die Anfrage landete also bei meinem Chef, und so erklärte ich mich bereit, mit der Journalistin, Frau Züger, zu sprechen. Wir trafen uns letzten Donnerstag an der Uni und ich erzählte ihr eine Dreiviertelstunde lang alle möglichen Dinge über mein Studium. Ich erzählte ihr, wie es für mich in den ersten Semestern war, einen Bachelor-Studiengang zu studieren. Ich erklärte ihr, dass bei uns viele Probleme, die bei den Protesten zur Sprache kommen, nicht gegeben sind. Ich sagte ihr, dass ich eine gewisse Strukturierung eines Studiengangs für sinnvoll halte und warum ich das tue. Ich führte aus, welche Forderungen der Protestler ich befürworte und welche ich ablehne. Ich zählte auf, welche organisatorischen und strukturellen Merkmale unseres Studienganges ich für vorbildhaft halte und wie andere Studiengänge oder Institute eventuell davon lernen könnten. Und die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, dass Frau Züger, nicht wesentlich älter als ich selber, ehrlich daran interessiert war, was ich sagte. Sie erzählte mir, dass sie sich noch mit anderen Studierenden treffen würde, die nicht so zufrieden seien wie ich. Ich gab ihr sogar noch den Tipp, mal in den besetzten Hörsaal zu gehen, um Gegenstimmen zu dem zu kriegen, was ich ihr erzählt hatte (was sie wohl nicht tat). Ich ging also davon aus, dass sie einen ausgewogenen, fairen Bericht darüber schreiben würde, welche Vor- und Nachteile der Bologna-Prozess hat und mit welchen Problemen und Chancen die Studierenden konfrontiert werden.  Aber da habe ich wohl falsch gedacht.</p>
<p>Vorgestern erschien der Artikel unter dem Titel &#8222;<a href="http://www.wdr.de/themen/wissen/bildung/bildungsstreik_2009/091208.jhtml" target="_blank">Lernen mit Tunnelblick</a>&#8222;. Und was Frau Züger aus meinen Aussagen gemacht hat, halte ich ehrlich gesagt für eine Unverschämtheit. Auch bei uns am Institut führte der Artikel zu einiger Verstimmung. Fangen wir mal mit dem ersten Satz an, der sich auf mich bezieht: &#8222;Doch viele Studierende haben das Prinzip Bachelor bereits verinnerlicht.&#8220; Was das &#8222;Prinzip Bachelor&#8220; genau ist, erklärt Frau Zügler nicht explizit. Aber einige Stichworte fallen bis zu dieser Stelle: Stundenpläne, Anwesenheitslisten, vorgeplante Lehrinhalte, Frontalunterricht; und natürlich Tunnelblick. All das habe ich also verinnerlicht. Ok, das Gefühl habe ich bisher nie gehabt, und meiner Meinung nach auch im Gespräch nicht rübergebracht. Aber Frau Zügler kennt mich nach 45 Minuten wohl besser als ich selber.</p>
<p>Weiter geht es mit einem direkten Zitat: &#8222;Ein Studium ist für mich die Möglichkeit, sich auf den Beruf vorzubereiten. Und klar ist Bildung immer gut, aber die Diplomler haben eben viele Kurse besucht, die für den Abschluss nicht nötig waren.&#8220; Zunächst: all das habe ich gesagt, ja. Aber nicht zusammenhängend, sondern immer in anderen Kontexten (Frau Zügler benutzte kein Diktiergerät, sondern schrieb ganz klassisch Stichwörter in ein Notizbuch). Der erste Satz war eine bewusst knappe Antwort von mir auf die direkte Frage nach der Bedeutung eines Studiums für mich. Die Frage stellte Frau Zügler ganz am Ende des Gesprächs, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich eine wissenschaftliche Karriere anstrebe (was sie, fast beiläufig, im nächsten Satz auch erwähnt). Natürlich muss ein Studium, auch ein universitäres, dann für mich Vorbereitung auf den Beruf als Wissenschaftler bedeuten. Im Kontext mit dem ersten Teil des nächsten Satzes klingt es aber so, als würde ich Ausbildung statt Bildung an Universitäten befürworten, ein Vorwurf, der zum Beispiel unter dem Stichwort &#8222;Verschulung&#8220; an den Bologna-Prozess gerichtet wird. Das ist aber ganz und gar nicht meine Meinung. Meiner Ansicht nach muss sich ein universitäres Studium ganz klar von einer Berufsausbildung oder auch einem Fachhochschulstudium abheben, eben mehr sein als nur &#8222;Ausbildung&#8220;. Meine Aussage bezüglich Bildung und unnötigen Kursen bezog sich auf die Strukturierung der Studiengänge. Damit war nicht gemeint, dass ich &#8222;über den Tellerrand schauen&#8220; nicht gutheiße und fordere. Damit war gemeint, dass es meines Wissens nach viele Diplomler gab, die einfach aus Gründen der Überforderung und wegen unstrukturierten Studiengängen Semester verloren haben. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass jeder besuchte Kurs, egal ob wirklich notwendig oder nicht, zur Bildung beiträgt und deshalb nicht verkehrt sein kann. Aber man muss nun einmal berücksichtigen, dass es auch Studierende gibt, die nicht ewig vor sich her studieren wollen. Und denen erleichtert man durch eine gewisse Strukturierung das Studium (siehe den kurzen Abschnitt über den BWL-Diplomler im Artikel).</p>
<p>An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zum Thema Regelstudienzeit. Oft wird argumentiert, dass durch die Regelstudienzeitfestlegung auf meist sechs Semester die Studierenden zu blinden Auswendiglernmachinen erzogen werden, die zu einem möglichst schnellen Studium gezwungen werden. Aber wer zwingt eigentlich einen Studierenden dazu, in sechs Semestern fertig zu werden? Ich sehe die Regelstudienzeit eher als einen Art Anspruch, den wir Studierende an die Universität stellen dürfen. Uns muss ermöglicht werden, in dieser Zeit abzuschließen, wenn wir das wollen. Warum all die Leute, die über zu enge Stundenpläne jammern, nicht einfach zwei Semester dranhängen, verstehe ich nicht wirklich. Klar, da ist das Problem der Studiengebühren. Jedes Zusatzsemester kostet halt wieder knapp 700 Euro. Aber das ist eine andere Baustelle, die mit der Regelstudienzeit an sich nicht direkt etwas zu tun hat. Und damit wieder zurück zum Tunnelblick-Artikel.</p>
<p>Also, durch die Auswahl des direkten Zitats und den Hinweis, ich habe das Bachelor-Prinzip verinnerlicht, erweckt Frau Zügler den Eindruck, ich sei ein kliescheehafter BA-Zombie, auf Tempo getrimmt und nicht gewillt, jenseits eines kleinen Radius nach Wissen zu suchen. Im übernächsten Absatz geht es dann weiter: &#8222;Bei den Protesten sind Studenten wie Philipp Henn dabei: keine Studiengebühren, weniger Stoff, mehr Zeit bis zum Abschluss &#8211; auf diese Ziele können sich alle einigen.&#8220; Und hier wird es richtig unverschämt (mal abgesehen davon, dass ich ihr lang und breit erklärte, dass ich mich zwar im Sommer an den Protesten beteiligt habe, dies aber momentan nicht mehr tue, weil ich mit vielen der Forderungen nicht einverstanden bin). Keine Studiengebühren, ja, das habe ich gesagt. Da stehe ich auch zu. Bildung ist für mich ein zu wichtiges Gut, als dass es sich eine Gesellschaft leisten kann, sie vom Einkommen der Eltern abhängig zu machen. Das gilt übrigens nicht nur für ein Studium, sondern auch für Schule und Kindergarten. Aber weniger Stoff? Ich weiß nicht, mit wem Frau Zügler gesprochen hat, aber das habe ICH ganz sicher nicht gesagt. Im Gegenteil, ich bin sogar der Ansicht, dass ein Studium mehr Stoff enthalten muss, als man als Studierender aufnehmen kann. Um mal ein wenig kapitalistisches Vokabular zu verwenden: ist das Angebot an Wissen zu knapp, hat man als Konsument keine Auswahlmöglichkeit. Man nimmt das, was vorhanden ist. Ist das Angebot aber größer als die Nachfrage, dann habe ich als Konsument die freie Auswahl, kann verschiedene Sachen ausprobieren und dann irgendwann das richtige für mich finden. Dabei bleibt es nicht aus, dass ein Teil der Ware auf dem Müll landet, also früher oder später wieder vergessen wird. Und zuletzt &#8222;mehr Zeit bis zum Abschluss&#8220;. Das leitete Frau Zügler wohl aus meinem Kommentar ab, dass ich nicht verstehen könnte, warum alle Studiengänge auf sechs Semester angelegt sind, obwohl auch acht möglich wären. Damit habe ich mich aber nicht grundsätzlich für ein längeres Studium ausgesprochen, sondern für flexiblere Lösungen, je nach Fach.</p>
<p>Soviel dazu, wie Frau Zügler meine Aussagen verdreht hat, um sie an den Tenor ihres Artikel anzupassen. Aus 45 Minuten Gespräch hat sie sich die 2-3 Aussagen rausgesucht, die mit ein bißchen Geschick diesen Bachelor-Bash-Tenor stützen. Bleiben noch die sonstigen Frechheiten. Im ersten Absatz stellt sie einen unserer Dozenten mit ihrem komischen Maus-Zitat (&#8222;Eine Studentin ruft: &#8222;Herr Schmidt, meine Maus geht nicht.&#8220; Und Herr Schmidt kümmert sich darum.&#8220;) sehr merkwürdig dar. Was soll dieser Einschub? Nichts anderes, als einen Bachelor-Kurs lächerlich zu machen natürlich. Dann die Absätze, die sich mit einer meiner BA Sowi-Kommilitonin befassen. Ich will hier der Erstsemestlerin nichts unterstellen, nicht nachdem ich gesehen habe, wie Frau Zügler meine Darstellungen verdreht hat. Aber eine von beiden erzählt(e) die Unwahrheit. Das die Studentin nur im TWA-Kurs ein Referat halten darf, ist schlicht falsch. Mindestens im Grundkurs Kommunikations- und Medienwissenschaften MÜSSEN auch Referate gehalten werden. Und dann, ganz am Ende, letzter Satz, dies: &#8222;Auch wenn morgen kein Dozent ihre kritische Meinung zum gelesenen Text hören will.&#8220; Was für ein unsäglicher Blödsinn. In jedem Kurs, sogar in den meisten Vorlesungen bei uns am Institut, sind Zwischenfragen und Meinungsäußerung jederzeit möglich und meistens sogar gefordert. Natürlich kann sich in einem Grundkurs mit 40 Teilnehmern nicht jeder und jede in jeder Stunde 10 Minuten über die Lektüre auslassen. Aber das machen die Kommilitoninnen und Kommilitonen ja auch nicht. In den allermeisten Kursen sind es immer die gleichen 4-5 Leute, die sich aktiv beteiligen. Der Rest schweigt vor sich hin und hat oft nicht einmal die Vorbereitungsliteratur gelesen, was nötig wäre, um sich zu beteiligen.</p>
<p>Frau Zügler erzählte mir im Gespräch, dass sie noch ein Diplom gemacht habe. Und scheinbar hat das bei ihr ganz gut geklappt (wie so oft in dieser Diskussion scheint sie völlig auszublenden, dass Diplomstudiengänge in den Geistes- und Sozialwissenschaften Abbrecherquoten bis zu 70% hatten), was sie wohl zu der Schlussfolgerung führte, dass im Diplom alles super war und im Bachelor also alles schlecht sein muss (ich unterstell ihr das jetzt einfach mal, macht sie ja auch so gerne). Nun, liebe Frau Zügler, wer hat da die Scheuklappen angelegt? Der Artikel ist ein Paradebeispiel für einseitigen Journalismus. Journalismus mit Tunnelblick.</p>
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		<title>Porcupine Tree in Köln</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 13:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Ende ihrer Deutschlandtour, die diesmal ganze 10 Konzerte umfasste, kamen Porcupine Tree am Mittwoch mal wieder nach Köln, zum zweiten mal hintereinander ins Palladium. Die Schlange am Eingang, trotz drei geöffneter Türen, war ein untrügerisches Zeichen dafür, dass es verdammt voll werden würde. Wie fast zu erwarten zogen PT mal wieder mehr Leute an [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=462&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Zum Ende ihrer Deutschlandtour, die diesmal ganze 10 Konzerte umfasste, kamen <a href="http://www.porcupinetree.com/" target="_blank">Porcupine Tree</a> am Mittwoch mal wieder nach Köln, zum zweiten mal hintereinander ins Palladium. Die Schlange am Eingang, trotz drei geöffneter Türen, war ein untrügerisches Zeichen dafür, dass es verdammt voll werden würde. Wie fast zu erwarten zogen PT mal wieder mehr Leute an als beim letzten Mal. Demnächst wird da auch das Palladium nicht mehr ausreichen. Jedenfalls verpasste ich dank der Schlange und der albern sorgfältigen Einlasskontrollen den Anfang des Supportacts <a href="http://www.myspace.com/stickmensounds" target="_blank">Stick Men</a>. Und natürlich, weil die schon um viertel vor 8 anfingen, obwohl auf der Karte 20 Uhr als Beginn angegeben war. Finde ich ehrlich gesagt eine Frechheit, den Beginn vorzuverlegen.</p>
<p>Stick Men sind ein neues Projekt von Bass-Genie und Tänzer-auf-allen-Hochzeiten <a href="http://www.papabear.com/index.shtml" target="_blank">Tony Levin</a> (u. a. schon tätig gewesen bei <a href="www.petergabriel.com" target="_blank">Peter Gabriel</a>, <a href="http://www.davidbowie.com/" target="_blank">David Bowie</a>, <a href="http://www.alicecooper.com/" target="_blank">Alice Cooper</a>, <a href="http://www.pinkfloyd.com/" target="_blank">Pink Floyd</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Tension_Experiment" target="_blank">Liquid Tension Experiment</a>, <a href="http://www.king-crimson.com/" target="_blank">King Crimson</a> und unzähligen anderen Bands und Musikern). Er und Michael Bernier spielen dabei auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chapman_Stick" target="_blank">Chapman Sticks</a>, einer merkwürdig anzusehenden, aber großartig klingenden Mischung aus Bass und Gitarre. Unterstüzt werden die beiden von Pat Mastelotto (u. a. King Crimson) am Schlagzeug. Stilistisch sind Stick Men irgendwo zwischen Prog, Jazz und Funk anzusiedeln. Gewöhnungsbedürftig also, aber durchaus interessant und passend als Support für PT. Der großartigste Moment des Auftritts war sicher, als während einer Coverversion von Crimsons <em>Red</em> PT-Drummer Gavin Harrison unter großem Jubel Mastelottos Platz einnahm. Harrison spielt mittlerweile auch für Crimson, geballte Power der sich ständig wandelnden Prog-Großmeister also auf der Bühne. Crimson-Mastermind Robert Fripp hatte übrigens auch für einige Konzerte der aktuellen PT-Tour den Support übernommen. Bleibt also alles irgendwie in der Familie bei PT und KC.</p>
<p>Porcupine Tree selber ließen sich lange 45 Minuten nach dem Ende des Stick Men-Gigs Zeit, bevor sie die Bühne betraten. Zuerst gab es noch eine merkwürdige Durchsage ans Publikum, man solle bitte auf das Filmen, Fotografieren etc. verzichten. Das war ja noch verständlich, ich persönlich zumindest finde die Deppen mit ihren Kamerahandys immer extrem nervend. Dann erklärte der Ansager aber noch, man solle doch als Zuschauer bitte andere Zuschauer, die sich nicht an das Verbot hielten, selber auffordern mit dem Filmen aufzuhören. Zurecht wurde diese merkwürdige Bitte mit Pfiffen abgestraft. Das Publikum zum gegenseitigen Verpfeifen aufzufordern ist irgendwie frech. Na ja, was solls. PT spielten, wie angekündigt, zunächst ihr komplettes neues Album <em>The Incident</em> am Stück. Nur nach dem ersten und vor dem letzten Song machten die Jungs kurze Pausen um das Publikum zu begrüßen bzw. sich zu bedanken. Frontmann Steve Wilson macht sich mittlerweile richtig gut, interagiert immer besser mit dem Publikum und den Bandmitgliedern und lässt sogar die ein oder andere Rockstar-Pose durchscheinen. Als ich PT 2003 zum ersten Mal im belgischen Verviers vor knapp 300 Leuten gesehen habe, stand Wilson die ganze Zeit mit gesenktem Kopf auf der Bühne, bewegte sich nicht vom Fleck und seine einzigen Worte abseits der Songs waren zwei &#8222;Thank you&#8220;. Diesmal erzählte er längere Geschichten &#8211; zum Beispiel, dass sie vor 10 Jahren zum ersten Mal in Köln gespielt hätten, vor 50 Leuten; Wilson: &#8222;I don&#8217;t remember the name of the club. Was anyone there? What was it called?&#8220; Aus dem Publikum: &#8222;Underground!&#8220; Wilson: &#8222;Yeah. That sounds right.&#8220; &#8211; bedankte sich auf Deutsch, und bewegte sich enorm viel über die Bühne. Schön anzusehen, wie der Mann über die Jahre immer lockerer wird.</p>
<p>Nun, zurück zur Musik. Ich bin mit <em>The Incident</em> bisher nicht ganz warm geworden. Nach den Großtaten <em>In Absentia</em>, <em>Deadwing</em> und <em>Fear of a blank planet</em> finde ich es etwas enttäuschend und highlight-arm. Daran änderte auch die Live-Performance, trotz großartiger Videoshow (die Filme sind mittlerweile beeindruckend aufwändig), ordentlichem Sound und guten Publikumsreaktionen nichts. Das Album ist ok, mehr aber auch leider nicht.</p>
<p>Nach dem umjubelten Ende der ersten Sethälfte machten PT eine 10-minütige Pause, die &#8211; toller Service &#8211; mit einem Countdown auf der Leinwand sekundengenau eingehalten wurde. Teil 2 des Sets startete dann mit <em>Start of something beautiful</em> von <em>Deadwing</em>. Schon wesentlich besser, aber mit <em>Russia on Ice</em> von <em>Lightbulb Sun</em> war noch eine Steigerung drin. Und dann kam <em>Anesthetize</em> von <em>Fear of&#8230;</em> und ich wusste wieder, warum ich diese Band für die beste Rockband unserer Zeit halte. Unglaublicher Song, unglaubliche Wucht, der Wahnsinn! Kuscheliger ging es weiter mit <em>Lazarus</em> von <em>Deadwing</em>, dem einzigen PT-Liebeslied, wie Wilson erklärte. <em>Way out of here</em> von <em>Fear of&#8230;</em> war dann wieder ein Kracher sondergleichen. Es folgte <em>Normal</em> (endlich durfte ich das mal Live erleben!), für mich einer der besten PT-Songs überhaupt &#8230; und nur auf einer EP erschienen. Großartig, vom genialen Akkustikgitarren-Intro, über den Kanon im Mittelteil bis zu den krachenden Drums von Gavon Harrison (nicht umsonst mittlerweile mehrfach zum Prog-Drummer des Jahres gewählt worden), einfach klasse. Dann gab es noch <em>Bonnie the cat</em> von der Extra-CD des neuen Albums, ein ziemlich abgefahrener Track, selbst für PT-Verhältnisse. Kam aber gut an. Reguläres Set zu Ende und noch kein Song von <em>In Absentia</em>? Die Herren sparten sich das populärste Album also bis zum Schluss auf, und präsentierten dann mit <em>The Sound of Muzak</em> und dem &#8222;Hit&#8220; <em>Trains</em> zwei Perlen ihres Arsenals. Während <em>Trains</em>, vom Publikum gefeiert ohne Ende, kam es dann zu einer skurrilen Bandvorstellung, bei der Synthiespieler Richard Barbieri kleine Soundschnipsel von irgendwelchen Songs einspielte, was die Band offensichtlich enorm amüsierte, sonst aber niemand verstand. Aber sympathisch war das ganze trotzdem.</p>
<p>Insgesamt wieder, trotz dem meiner Meinung nach schwachen<em> The Incident</em>, ein toller Abend, mit Potential zum &#8222;Konzert des Jahres&#8220;. Ich liebe diese Band einfach.</p>
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		<title>Bonn Symposium 2009 &#8211; Tag 2</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 16:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern fand ich die Konferenz ja nicht so berauschend. Wegen eines liegengebliebenen ICE verspätete sich heute mein Zug um fast eine Stunde, so dass ich den ersten Programmpunkt, eine weitere Podiumsdiskussion, fast komplett verpasste. Schade eigentlich, denn Tariq Banuri, Leiter der UN-Abteilung für Nachhaltige Entwicklung, zuvor einer der Hauptautoren des Intergovernmental Panel on Climate Change [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=457&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://philipphenn.wordpress.com/2009/11/23/bonn-symposium-2009-tag-1/" target="_self">Gestern</a> fand ich die Konferenz ja nicht so berauschend. Wegen eines liegengebliebenen ICE verspätete sich heute mein Zug um fast eine Stunde, so dass ich den ersten Programmpunkt, eine weitere Podiumsdiskussion, fast komplett verpasste. Schade eigentlich, denn Tariq Banuri, Leiter der UN-Abteilung für Nachhaltige Entwicklung, zuvor einer der Hauptautoren des <em>Intergovernmental Panel on Climate Change</em> (IPCC) und somit immerhin ein Stückchen Friedensnobelpreisträger, sowie Prof. Charles Hopkins, UNESCO-Lehrstuhlinhaber in Toronto, hätte ich gerne gehört. Als ich ankam, blieb noch eine halbe Stunde Diskussion zum Thema &#8222;Anreize und Hindernisse für einen nachhaltigen Lebenstil&#8220; übrig.</p>
<p>Banuri plädierte gestenreich (zwischenzeitlich musste ein anderes Podiumsmitglied sein Mikro halten, da er beide Arme zum Gestikulieren frei haben wollte) für eine Energiepreiserhöhung in den Industriestaaten bei gleichzeitiger Preissenkung in Entwicklungsstaaten und wies ziemlich eindringlich darauf hin, dass wir im &#8222;Westen&#8220; eigentlich keine zusätzlichen Ressourcen mehr brauchen. Rainer Wend von der Deutschen Post, ebenfalls auf dem Podium, gab sehr ehrlich zu, dass sein Unternehmen zwar sehr viel für Nachhaltigkeit tue und deshalb auch einen Preis dafür erhalten habe, dies aber bei Weitem nicht nur aus Altruismus tue, sondern vor allem aus wirtschaftlichem Eigennutzen. Sehr schöner Kommentar von ihm: &#8222;Jetzt habe ich Ihnen viel darüber erzählt was die Deutsche Post/DHL so alles für die Umwelt tut &#8230; glauben Sie mir nur die Hälfte!&#8220; Auch forderte er Eingriffe der Politik wie Besteuerung von CO2-Ausstoß. Nur dann könnten Unternehmen wie die Post es sich leisten, CO2-Neutral zu transportieren, da sie von Konkurrenz nicht unterboten werden könnten. Interessant das in solchen Belangen nach der Politik gerufen wird und sonst jeder über &#8222;zu viel Staat&#8220; jammert. Ruud Schuthof, ein Politikberater, wies auf einen Einwurf aus dem Publikum, dass die Probleme doch alle bekannt seien, sehr zu Recht darauf hin, dass dies nicht wirklich der Fall sein. Er nannte das Beispiel Fleischkonsum, auch für mich ein wichtiger Punkt, der bei der Frage nach CO2-Ausstoß und Wasserverbrauch in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig beachtet wird. Einen richtigen roten Faden in der Diskussion konnte ich nicht mehr ausmachen, aber die Statements gefielen mir schon besser als gestern, da war meiner Ansicht nach mehr konkretes dabei heute.</p>
<p>Weiter ging es mit einem Workshop, der diesmal den Namen auch verdient hatte. Im nahegelegenen UN-Gebäude (&#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Langer_Eugen">Langer Eugen</a>&#8222;) ging es um &#8222;Youth Volunteering&#8220;. Sehr beeindruckend erst einmal das Gebäude. Am Eingang Kontrollen wie am Flughafen, dann mit dem Fahrstuhl in Rekordgeschwindigkeit hoch in die 21. Etage. Großartiger Ausblick über Bonn und den Rhein! Im Workshop, der von jungen UN-Freiwilligen (UNV) organisiert und geleitet wurde, stellten verschiedene Mitarbeiter zunächst Projekte aus der ganzen Welt vor, bevor gemeinsam überlegt wurde, wie die Jugend sich besser Gehör verschafften kann. Das war wesentlich interessanter, interaktiver und konkreter als der gestrige Workshop. Für meinen Unikurs muss ich einen Report über diese spezielle Teilveranstaltung schreiben, eventuell stell ich die auch hier ein.</p>
<p>Etwas sauer aufgestoßen ist mir bei den UNVlern nur der Umgang mit Ressourcen beim Workshop selber. Jeder Teilnehmer bekam eine der allgegenwärtigen Pappmappen mit massenhaft Infomaterial, alles auf gebleichtem Papier. Die ganze Zeit über liefen im Raum zwei Notebooks, obwohl eins auch gereicht hätte. Das wirkte auf mich etwas heuchlerisch, man hätte zumindest Umweltpapier nehmen und auf den Stromverbrauch achten können, wenn man schon die Welt retten will.</p>
<p>Das war dann auch schon die Konferenz. Der zweite Tag entschädigte zumindest ein bißchen für die gestrige Enttäuschung. Falls diese hier repräsentativ war, werden eher politische Konferenz wohl nicht wirklich mein Ding werden, da wird mir doch irgendwie zu viel gekuschelt.</p>
<p>Toll war aber immerhin die Location: schon spannend mal im alten Bundestag zu sein, genauer im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World_Conference_Center_Bonn#Wasserwerk" target="_blank">Wasserwerk</a>, in dem der Bundestag für eine Weile residierte. Der Bundesadler an der Wand, Regierungsbank und Präsidiumsempore noch in Originalzustand, die kleine Glaszelle für Simultanübersetzer, die Schließfächer der damaligen Abgeordneten im winzigen Foyer &#8230; tolle Sache. Und echt mickrig im Vergleich zum Berliner Reichstag. Aber hey, das gilt auch für Bonn an sich.</p>
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		<title>Bonn Symposium 2009 &#8211; Tag 1</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 06:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute und morgen findet im alten Bundestag in Bonn das Bonn Symposium 2009 statt, eine Konferenz zum Thema &#8222;Nachhaltige Entwicklung in Krisenzeiten. Widerspruch oder Chance?&#8220;. Mit einem Hauptkurs von der Uni (European Union and Global Environmental Governance) nehme ich daran teil. Wenn es in den ehrwürdigen Hallen W-Lan gibt, werde ich ein wenig Live-Bloggen. Ansonsten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=450&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Heute und morgen findet im alten Bundestag in Bonn das <a href="http://bonn-symposium.de/startseite.html" target="_self">Bonn Symposium 2009</a> statt, eine Konferenz zum Thema &#8222;Nachhaltige Entwicklung in Krisenzeiten. Widerspruch oder Chance?&#8220;. Mit einem Hauptkurs von der Uni (European Union and Global Environmental Governance) nehme ich daran teil. Wenn es in den ehrwürdigen Hallen W-Lan gibt, werde ich ein wenig Live-Bloggen. Ansonsten gibt es später eine Zusammenfassung.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Eröffnet wird die Konferenz mit einigen Grußworten. Michael Mertes, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien in NRW und Vorstandsmitglied der<em> Stiftung Entwicklung und Frieden</em> (SEF), welche die Konferenz zusammen mit der <em>Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit</em> (GTZ) veranstaltet, sagt mit vielen Worten wenig. Ebenso Bonns OB Jürgen Nimptsch. Der erzählt stolz, dass er mit dem Boot zur Arbeit fahre. Soll wohl zeigen, wie wichtig ihm Umweltschutz ist. Ich zweifle aber mal an, dass eine Rheinfähre wesentlich umweltschonender ist als andere öffentliche Verkehrsmittel.</p>
<p>Weiter geht es mit dem neuen <em>Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,</em> Dirk Niebel, der hier seine erste öffentliche Rede im Amt hält. Niebel macht klar, dass nachhaltige Entwicklung ein Leitbild für die neue Bundesregierung sei (Ach ja? Wie auch Bildung, Wirtschaftswachstum und allgemein geil sein? Nehmt ihr euch nicht ein bißchen viel vor?). Dazu zähle auch die Abschaffung von Agrarsubventionen, die alle drei Koalitionspartner anstrebten und befürworteten. Was wohl die CSU-Stammwählerschaft dazu sagt? Nachhaltige Technologie seien ein deutscher Exportschlager. Trotzdem will die neue BR AKWs länger laufen lassen? Na ja. Niebels Rede hörte sich zumindest gut an. Aber das muss natürlich gar nichts heißen. Ob sein Ministerium in den kommenden Jahren irgend etwas bewegen wird, muss sich wohl erst zeigen.</p>
<p>Es folgt ein Impulsvortrag von Preety Bhandari, Koordinatorin im <em>Sekretariat der Klimarahmenkonvention der UN</em> (UNFCCC). Sie vertritt ihren &#8222;Chef&#8220;, UNFCCC-Exekutivsekretär Yvo de Boer, der zu sehr mit den Vorbereitungen des Klimagipfels in Kopenhagen in zwei Wochen beschäftigt ist. Auch Bhandaris Rede ist nicht berauschend. Lediglich ihr Lob in Richtung China und Indien wegen deren Klimaschutzbemühungen überraschen mit etwas. Aber wahrscheinlich bin ich da einfach nicht genug im Thema. Mehrmals betont sie, dass wichtiger als die Festsetzung von Klimazielen deren Implementierung sein müsse. Ein frommer Wunsch. Später wird sie noch sagen, dass sie an einen Erfolg des Kopenhagener Gipfels glaube. Ein ebenso frommer Wunsch.</p>
<p>Weiter geht es mit einer Podiumsdiskussion. Neben Bhandari nehmen Robert Bissio von <em>Social Watch</em>, Cécile Molinier vom <em>Entwicklungsbüro der UN</em> (UNDP) und Cornelia Richter von der GTZ auf dem Podium Platz. Moderiert wird wie schon bis hierher von einer Journalistin namens Conny Czymoch, von <em>Phoenix</em> wenn ich das recht verstanden habe. Schreckliche Frau, versucht andauernd irgendwie lustig und gewitzt zu klingen, wirkt aber nur albern. Stellt Bissio als großen Shakespeare-Kenner vor. Und Shakespeare sei ja heute immer noch beliebt, ein echtes Symbol für Nachhaltigkeit also, hahaha, Riesen-Brüller. Fazit der Podiumsdiskussion ist, dass man Klima-, Wirtschafts- und Nahrungskrise als gemeinsames, komplexes Problem betrachten sollte, welches vom lokalen bis zum globalen Level auf verschiedenen Ebenen angegangen werden müsse. Lediglich Bissio kann mich dabei etwas überzeugen. Er hat mit der Behauptung, die G20 hätten ja nichtmal eine Mailadresse, zumindest einen Lacher auf seiner Seite. Aus dem Plenum wird ein wenig Unmut über den Wir-packen-das-irgendwann-Kuschelkurs auf dem Podium  geäußert, von ehemaligen Entwicklungspolitikern, die sich nun nach ihrer aktiven Karriere in NGOs engagieren und etwas frustriert sind, wie ich später erfahre. Konkreter wird das Podium aber nicht, und so geht es in die Mittagspause (lecker Catering, aber zu wenige Stehtische!).</p>
<p>Weiter geht es mit einem Workshop im Gebäude der <em>Deutschen Welle</em>. Thema: &#8222;Nachhaltige Entwicklung in Krisengebieten&#8220;. Zur Einstimmung gibt es einen Film über die Arbeit der Deutschen Entwicklungshilfe. Viel Eigenwerbung, wenn auch lobenswerte. Dazu die üblichen schlimmen Beispiele für Übel auf der Welt (Kindersoldaten, Situation von Frauen in Afghanistan&#8230;).  Ist natürlich alles schlimm, aber auf einer Fachkonferenz sollte jeder die Situation kennen. Dann Podium mit zwei Vertretern der GTZ und einer Vertreterin der <em>Deutschen Welthungerhilfe</em>. Von einem Workshop habe ich mir irgendwie mehr erwartet, nicht eine Podiumsdiskussion im kleineren Rahmen. Denn genau so läuft es ab, kein Unterschied zum vorigen Programmpunkt. Eine Stunde stellen die Podiumsteilnehmer im Prinzip ihre jeweiligen Programme vor, dann bleibt eine halbe Stunde für ein paar Fragen. Fazit: Armutsbekämpfung und Beschäftigung der Leute schafft Stabilität in fragilen Staaten, man sollte mit lokalen Partnern zusammenarbeiten und Projekte auch über deren Auslaufen hinaus evaluieren und auf allen Ebenen versuchen, lokale Partner in die Verantwortung zu nehmen und ihnen die Projekte irgendwann zu übergeben. Wirklich kontrovers wird aber auch hier nicht diskutiert.</p>
<p>Vielleicht bin ich ja mit der falschen Einstellung an diese Veranstaltung rangegangen. Klar, da nehmen keine wirklichen Entscheider teil, also darf man keine direkten Ergebnisse und Entscheidungen erwarten. Aber wenn schon keine Entscheider da sind, dann besteht doch auch kein Zwang zur Diplomatie, oder? Warum nutzt man die Chance bei solch einer Veranstaltung nicht, um umgeben von Kollegen, Praktikern und Fachleuten mal auf den Tisch zu hauen und Probleme konkret zu benennen. Warum geht man diesen &#8222;Wir machen ja was und haben ja auch ein bißchen Erfolg, wenn auch nicht so viel wie wir versprochen haben&#8220;-Weg? Könnte man nicht so tun, als wolle man konkrete Politikempfehlungen als Ergebnis haben um da mal Pep reinzubringen? Na ja, mal sehen, wie das morgen weitergeht.</p>
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		<title>Progressive Nation Tour 2009</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 12:31:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend machten die Protagonisten der &#8222;Progressive Nation Tour 2009&#8243; rund um die amerikanischen Prog-Metaller Dream Theater Halt in der Düsseldorfer Philipshalle. Drei weitere Bands standen auf dem Spieplan, darunter mit Opeth einer meiner absoluten Lieblingsacts. Pflichtprogramm also.
Den Anfang machten Unexpect. Meine Güte, was für ein unglaublicher Müll! Zwei Sänger, die halbwegs passable Death Metal-Vocals [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=441&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Gestern Abend machten die Protagonisten der &#8222;Progressive Nation Tour 2009&#8243; rund um die amerikanischen Prog-Metaller <a href="http://www.dreamtheater.net/" target="_blank">Dream Theater</a> Halt in der Düsseldorfer Philipshalle. Drei weitere Bands standen auf dem Spieplan, darunter mit <a href="www.opeth.com/" target="_blank">Opeth</a> einer meiner absoluten Lieblingsacts. Pflichtprogramm also.</p>
<p>Den Anfang machten <a href="http://www.unexpect.com/" target="_blank">Unexpect</a>. Meine Güte, was für ein unglaublicher Müll! Zwei Sänger, die halbwegs passable Death Metal-Vocals auf die Reihe kriegten, dazu eine Sängerin, die sich am <em>Nightwish</em>-Opern-Sopran versuchte, ein Geiger, der alle anderen Instrumente übertönte, Keyboards, Saiteninstrumente und ein dann doch ordentlicher Drummer. Alles zusammen war das absolute Chaos, nicht zu ertragen, und ich ertrage musikalisch eigentlich einiges. Wenn die beiden Sänger/Gitarristen/Bassisten (ich weiß gar nicht, wer da was gespielt hat) und der Drummer alleine auf der Bühne gewesen wären, hätte mir das wohl gefallen können. So habe ich mich nach dem ersten Song wieder ins Foyer begeben. Grausam.</p>
<p>Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, und nach erfreulich kurzen zehn Minuten Umbaupause kam Band Nummer 2, <a href="http://bigelf.com/" target="_blank">Bigelf</a>, auf die Bühne. Die sahen aus wie eine üble Drone-Band, hörten sich aber an wie eine <em>Deep Purple</em>-, <em>Led Zeppelin</em>- und <em>Black Sabbath</em>-Coverband, die irgendwann angefangen hat, eigene Songs zu schreiben, sich aber immer noch nach den alten Heroen anhört. Insgesamt aber sehr unterhaltsamer, flotter Hardrock.</p>
<p>Auch <em>Bigelf</em> durften 30 Minuten spielen, und wieder ging es erstaunlich schnell, bis <em>Opeth</em> an der Reihe waren. Die begannen klug mit dem ruhigen <em>Windowpane</em>, um nicht direkt noch mehr <em>Dream Theater</em>-Fans aus der Halle zu vertreiben. Sehr viele standen nämlich noch im Foyer oder draußen. Ich befürchtete schon, <em>Opeth</em> würden ein komplett ruhiges Set spielen, um die Death Metal-unaffinen Prog-Metal-Fans nicht zu verärgern. Aber Mikael Akerfeldt kündigte als zweiten Song etwas dämonischeres, &#8222;even satanic&#8220;, an, und als er das Intro von <em>The Lotus Eater</em> summte, war der Abend für mich gerettet. Leider waren die Schweden viel zu laut eingestellt, vor allem die Drums waren hart an der Schmerzgrenze. Schade, den sowohl bei <em>Bigelf</em> zuvor, als auch bei <em>Dream Theater</em> später, war der Sound beinahe perfekt. Aber egal. Es folgte <em>Reverie/Harlequin Forest</em>, dann erklärte Akerfeldt, dass er wisse, dass viele Fans in der Halle nicht viel von Death Metal hielten. Sie seien schließlich Pussies. Und deshalb würden sie jetzt einen Song spielen, den diese Leute wie die Pest hassen würden. <em>April Ethereal</em> war dafür die richtige Wahl. Als ich <em>Opeth</em> das letzte Mal gesehen habe spielten sie <em>Demon of the Fall</em>, das Mal davor <em>When</em>. Man scheint sich also von Tour zu Tour durch das phänomenale <em>My Arms, Your Hearse</em>-Album zu spielen. Doch immer noch waren die Schweden mit dem Lärmen nicht durch, es folgte noch das großartige <em>Deliverance</em>, bevor der Abschluss nach knapp einer Stunde mit dem gemächlichen <em>Hex Omega</em> für die <em>Dream Theater</em>-Fans beschwichtigend ausfiel. Toller Auftritt.</p>
<p>Die Umbaupause nach Opeth war dann nach den beiden sehr kurzen zuvor fast unverschämt lang. Besonders, da der Umbau selber offensichtlich nach wenigen Minuten fertig war und die Roadies fast 20 Minuten lang scherzend am Bühnenrand standen. Aber die Herren von <em>Dream Theater</em> wollten scheinbar einfach bis Punkt 22.30 Uhr warten, um dann genau eineinhalb Stunden bis 12 Uhr, wie auf der Eintrittskarte angegeben, spielen zu können. Albern. Als dann der Vorhang endlich fiel, blieb erstmal ein paar Minuten nichts anderes übrig, als mal wieder Mike Portnoy an seinem gigantischen Drumkit zu bestaunen. Der Mann ist einfach ein Phänomen, unglaublich mit was für einer Leichtigkeit der seinen Drums die abgefahrensten Rhythmen entlockt. Aber was soll ich insgesamt zu meiner ehemaligen Lieblingsband sagen? <em>DT</em> sind irgendwie ein zweischneidiges Schwert geworden. Die Instrumentalleistung der Herren Portnoy, Myung, Petrucci und Rudess ist nach wie vor unglaublich genial. Wenn eine Band fast während des kompletten Gigs Nahaufnahmen der Hände ihrer Mitglieder, wie sie über Saiten, Tasten und Trommeln jagen, auf drei (!!!) Leinwänden zeigen darf, dann sind das <em>Dream Theater</em>. Natürlich ist das Angeberei, natürlich ist das musikalische Onanie. Aber das können <em>DT</em> nun mal wie keine andere Band. Sonst können die Herren leider immer weniger. Der erste Song war offensichtlich ein neuer, denn ich kannte ihn nicht. Vom neuen Album habe ich nur die erste Singleauskopplung gehört, die mich so sehr langweilte, dass ich das Album nicht mal probegehört habe. Die Nicht-Solo-Passagen sind einfach belanglos. <em>DT</em> schwächelten schon immer, wenn Sänger James LaBrie auf die Bühne kam, aber ich habe das Gefühl, dass das immer schlimmer wird. Früher waren die mit Gesang unterlegten Stellen zumindest noch halbwegs spannend und die Texte ok. Spätestens seit<em> Octavarium</em>, dem letzten ordentlichen <em>DT</em>-Album, sind diese Passagen immer gleich, triefen vor Mitgröhl-Kitsch (was das Publikum leider auch lautstark tat) und die Texte sind einfach nur noch pathetisch. Dazu kommen neuerdings unglaublich peinliche, computeranimierte Leinwandfilme, nicht lustig wie bei <em>Rush</em>, sondern einfach albern. Pinselschwingende Elefanten und patronentragende Ameisen, wer kommt auf solche bescheuerten Ideen? Das <em>DT</em> auch mal anders konnten, zeigten sie dann als zweites mit dem herausragenden <em>The Mirror</em> und später noch mit dem fantastischen Instrumental <em>The Dance of Eternity</em> vom Über-Album <em>Scenes from a Memory</em>, dessen Genialität <em>Dream Theater</em> wohl nie wieder erreichen werden. Ansonsten überzeugte noch <em>In the name of God</em> von <em>Train of Thought</em>, sowie die Solopassagen der neuen Songs, bei denen LaBrie (der aber, das muss man ihm zugute halten, diesmal zumindest fast alle Töne traf) nicht auf der Bühne stand. Einen Totalausfall, nämlich eine unglaublich kitschige Ballade vom neuen Album, gab es auch. Ballade ist eigentlich noch zu nett, seien wir ehrlich, das war ein Schlager. Als Zugabe gab es einen zumindest halbwegs spannenden Song vom neuen Album. Insgesamt wie gesagt ein zweischneidiger Auftritt. Sag doch mal einer bitte den Jungs, dass sie am besten sind, wenn sie Songs rund um endlose Solo-Passagen konstruieren, und nicht, wenn sie fast schon massenkompaktible Mitsingstücke schreiben. Und sie sollen doch bitte aufhören, <em>Muse</em> sein zu wollen. <em>Muse</em> sind toll, ja. Aber, liebe <em>Dream Theater</em>-Jungs: niemand braucht eine zweite Band, die wie <em>Muse</em> klingt. Also lasst die Finger von Intros wie beim unsäglich pathetischen <em>Prophets of War</em>. <em>Muse</em> machen das viel besser als ihr und versuchen außerdem nicht, wie ihr zu klingen. Lasst es einfach!</p>
<p>Kurzes Fazit: <em>Unexpect</em>: großer Müll. <em>Bigelf</em>: unterhaltsam. <em>Opeth</em>: fantastisch, wie immer. <em>Dream Theater</em>: instrumentell hui, songtechnisch pfui.</p>
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		<title>Deutsche Bahn &#8211; Damit man die Hälfte des Konzerts nicht sehen muss</title>
		<link>http://philipphenn.wordpress.com/2009/09/27/deutsche-bahn-damit-man-die-halfte-des-konzerts-nicht-sehen-muss/</link>
		<comments>http://philipphenn.wordpress.com/2009/09/27/deutsche-bahn-damit-man-die-halfte-des-konzerts-nicht-sehen-muss/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 11:09:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Henn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielen Dank erstmal an die Deutsche Bahn: dank Gleisreparatur zwischen Düsseldorf und Essen  (die es nötig machte, die S-Bahn-Fahrgäste für zwei Stationen mit dem Bus zu transportieren) kam ich gestern abend eine dreiviertel Stunde zu spät im Turock an, und hatte dadurch die erste Band, The Ordher, komplett verpasst und konnte von der zweiten Band, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=philipphenn.wordpress.com&blog=3355431&post=436&subd=philipphenn&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Vielen Dank erstmal an die Deutsche Bahn: dank Gleisreparatur zwischen Düsseldorf und Essen  (die es nötig machte, die S-Bahn-Fahrgäste für zwei Stationen mit dem Bus zu transportieren) kam ich gestern abend eine dreiviertel Stunde zu spät im <em>Turock</em> an, und hatte dadurch die erste Band, <a href="http://www.myspace.com/theorderextreme" target="_blank">The Ordher</a>, komplett verpasst und konnte von der zweiten Band, <a href="http://www.myspace.com/fleshgodapocalypse" target="_blank">Fleshgod Apocalypse</a>, noch einen Song miterleben. Danke!</p>
<p>Gekommen war ich aber wegen den beiden Hauptacts, den polnischen Death Metal-Veteranen <a href="http://www.vader.pl/glowna-e.html" target="_blank">Vader</a> und den schwedischen <a href="http://www.marduk.nu/index.htm" target="_blank">Marduk</a>, Black Metal-Band der höheren Geschwindigkeitskategorie. Erstere ließen zum Glück auch nicht zu lange auf sich warten und lieferten einen guten Auftritt ab. Gut, nicht überragend. Ich hatte mir von der Band, die mit <em>Litany</em> eins der besten DM-Alben überhaupt rausgehauen hat, etwas mehr erwartet. Dabei spielten sie mit <em>Wings</em> und <em>Final Massacre</em>, dem ersten und dem letzten Song von <em>Litany</em>, auch die richtigen Tracks dieses Albums. Es lag wohl eher am Gesang. Piotr Wiwczarek gehört meiner Meinung nach eigentlich zu den besseren DM-Shoutern, aber da <em>Vader</em> live ein gutes Stück schneller spielten als auf ihren Alben, lag er oft daneben, verschluckte Worte oder war einfach gar nicht zu verstehen. Schade, sonst war der Sound nämlich ok.</p>
<p>Im Gegensatz zu <em>Vader</em> haben mich dann allerdings <em>Marduk</em> sehr positiv überrascht. Eigentlich bin ich weder großer Black Metal-Fan, noch habe ich mich mit dem bisherigen Werk <em>Marduks</em> mehr als oberflächlich befasst. Ich hatte mir schon überlegt, bei Nichtgefallen früh zu gehen, da die Rückfahrt nach Düsseldorf sicher wieder anstrengend würde. Aber meine Güte, die Schweden haben vielleicht reingehauen. Abgesehen von ein bis zwei &#8222;Old School&#8220;-Midtempo-Songs haben die Jungs nur volles Tempo gebolzt. Sehr beeindruckend, dass war dann doch noch versöhnlich.</p>
<p>Aber es stand ja noch die Rückfahrt, wieder mit Busexkursion, an. Und die dauerte dann, statt 45 Minuten, mal eben zwei Stunden. Macht Spaß sowas, danke nochmal Deutsche Bahn.</p>
<p>Nächsten Samstag wird es dann in der Düsseldorfer <em>Philipshalle</em> wieder progressiver als gestern: <a href="http://www.opeth.com/" target="_blank">Opeth</a> und <a href="http://www.dreamtheater.net/" target="_blank">Dream Theater</a> geben sich die Ehre. Ich freu mich drauf.</p>
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